Geschichte und Verbreitung der Mediation

Der Begriff Mediation besteht aus dem griechischen „medos“ und bedeutet „vermittelnd“, „unparteiisch“, „neutral“ und „keiner Partei angehörend“.

Wir verwenden dafür heute den Begriff „allparteilich“. Das lateinische Wort „mederi“ verbindet die Begriffe „meditatio“ (über sich nachdenken) und „medicina“ (Heilkunst). Die Art der Vermittlung im Konfliktfall wurde im antiken Griechenland mit dem gleichen Thema populär wie 2500 Jahre später bei uns in Österreich: Mit der Ehe- und Familienmediation.

Eine der berühmtesten Mediationen beendete den Dreißigjährigen Krieg. Sie dauerte fünf Jahre und erforderte über 800 dokumentierte Einzelgespräche. Mediator Aloisius Contarini und sein Co-Mediator Fabio Ghigi arbeiteten schon damals nach Grundprinzipien die auch heute in Mediationsausbildungen gelehrt werden.

Japan und China blicken auf eine seit Tausende von Jahren praktizierte Konfliktlösung zurück, bei der Kooperation, Konsens und Harmonie als höchstes Ziel der Weisheit gelehrt werden.

1898 schuf der US-amerikanische Kongress die gesetzlichen Grundlagen, um Mediation in Arbeitsprozessen einsetzen zu können. Bis heute haben 6000 der größten amerikanischen Unternehmen Mediationsklauseln in ihre Standartverträge übernommen.

In Österreich hielt die Mediation im Bereich des Ehe- und Familienrechts zur „Sicherung des Kindeswohls“ in den siebziger Jahren Einzug.  Seither kommt sie in vielen Bereichen  von Wirtschaft über Schule, außergerichtlichen Tatausgleich, Nachbarschaftsmediation bis hin zu interkulturellen Konflikten als Konfliktlösung zur Anwendung, Auch bei der Umweltmediation und sämtlichen Aspekten des privaten Lebens wie Trennung/Scheidung, Obsorge, Erbschaft sowie Konflikten am Arbeitsplatz ist sie mittlerweile ein gängiges Mittel.